Ein Plädoyer für den CSD

Liebe BerlinBearen und Follower,

die CSD-Saison ist im vollen Gange und wie wie in jedem Jahr wird diskutiert, leider zu oft über unwichtige Sachen wie „Wer hat den größten, wer hat den politischsten, wer hat den charmantesten, usw. Umzug“
Und viel zu oft kommen dann auch noch Zickereien innerhalb der Organisatoren und der Community hinzu und schon sind die Inhalte zweitrangig.

Nachdem in den letzten Jahren die Organistoren in München und Köln als besondere Streithähne aufgefallen sind, trifft es diesmal den Hauptstadt-CSD.

Ein Kommunikationsdesaster, ein Narzist als Geschäftsführer, eine von Partikularinteressen durchsetzte Community und ein nicht kompromissbereiter Vorstand des CSD Berlin e.V. führten dazu, dass man in Berlin am 21.06.2014 nunmehr die Auswahl haben wird, zwischen mindestens 3 Umzügen.

Man hat mich in den letzten Tagen oft gefragt, auf welchen dieser Umzüge man denn gehen soll.

Es gibt zum einen den traditionellen CSD (der, der nun doch erstmal nicht Stonewall heißt). Dieser beginnt in diesem Jahr am Olivaer Platz und führt über Wittenbergplatz, Nollendorfplatz zur Siegessäule, wo es dann eine Abschlusskundgebung plus Party geben wird.
Es gab dutzende Absagen, so dass das Teilnehmerfeld überschaubar bleibt und wohl hauptsächlich aus kommerziellen Trucks wie easyjet, BMW oder Deutsche Bank bestehen wird.

Des Weiteren gibt es einen Umzug des neu gegründeten Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014.
Dieser Umzug wird vor der Ugandischen Botschaft starten, zur russischen Botschaft und über Potsdamer Platz und Potsdamer Straße zum Nollendorfplatz ziehen, an dem es eine Abschlusskundgebung gibt. Dieser Umzug wird hauptsächlich getragen durch die Parteien, den LSVD und die Berliner Aidshilfe.

Den dritten Umzug des Tages gibt es in der Oranienstrasse in Kreuzberg. Nachdem sich der transgeniale CSD im letzten Jahr selbst zerfleischt hat, setzt aber auch der Nachfolger auf soziale Schwerpunkte. Parteipolitische, sowie nationale Äußerungen (insbesondere Flaggen) sind hier unerwünscht. Dieser Umzug ist getragen von der Kreuzberger alternativen Szene wie SchwuZ, Südblock oder Möbel Olfe.

Meine eigene Präferenz hinten anstellend, kann ich nur raten:

Egal auf welchen CSD ihr geht, bitte geht! Macht Euch sichtbar! Lasst Euch nicht ablenken von den Zickereien einiger Profilneurotiker! Aber lasst Euch auch nicht instrumentalisieren! Es ist Euer Tag, es ist unser Tag!

Es gibt zur Zeit wieder sehr viel, wogegen das Aufbegehren wichtig ist; der konservative Rollback ist im vollen Gange. Homophobe, rassistische und diskriminierende Äußerungen sind inzwischen scheinbar wieder hoffähig und werden mit einer süffisanten „Das wird man doch noch mal sagen dürfen“-Rhetorik begleitet.

Aber wir dürfen auch was sagen! Lasst Euch den Mund nicht verbieten!

Ganz wichtig ist aber auch: Feiert das Erreichte, feiert Euch selbst, zeigt Lebensfreude!

Ich wünsche allen egal auf welchem CSD eine tolle Zeit, und zankt Euch nicht.

 

Euer BearScout

 

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